Auch unsere Partnerstadt Dêrik wäre betroffen
Am 2.2.21 traf sich der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar mit unserer Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zu einem Gespräch. Es soll vorrangig um die Beilegung des Gasstreits im östlichen Mittelmeer gegangen sein.
Wir vermuten, dass Akar sich Unterstützung für weitere Militäroperationen der Türkei in Nordsyrien und Nordirak erhoffte.
Begründet werden diese wie alle türkischen Repressionen gegen oppositionelle Kurdinnen in der Region mit dem ‘Kampf gegen den Terrorismus’. Damit sind die kurdische Arbeiterpartei PKK und die nordsyrischen Selbstverteidigungseinheiten YPG/YPJ gemeint, die 2014 zur Rettung der Ezidinnen einen Fluchtkorridor aus dem Shengal-Gebirge nach Dêrik freigekämpft hatten. Die Bevölkerung von Derik und ihre Selbstverwaltung haben damals zehntausende Ezid*innen aufgenommen und versorgt.
Unsere Partnerstadt Dêrik in Nordostsyrien wird als mögliches Angriffsziel genannt, da sie nahe am einzigen Grenzübergang der demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens zum Nordirak liegt. Würde dieser Grenzübergang in türkische Hände fallen, wäre das Gebiet vollständig von der Versorgung mit Hilfsgütern, Medikamenten und Lebensmitteln abgeschnitten. Bereits jetzt blockiert die Türkei Lieferungen und unterbindet die Wasserversorgung einer Region. In den von ihr annektierten Gebieten Afrin und Serekaniye herrschen Gewalt und Unterdrückung auf Basis der Scharia. Die Türkei hat keinerlei Recht zu diesen fortgesetzten Aggressionen, sie handelt völkerrechtswidrig und fördert die islamistischen Kräfte. Die deutsche Politik darf keine Deals abschließen, bei denen dies geduldet wird.
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