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Dank der großen Solidarität unserer Spenderinnen und Spender konnten die im Spendenbündnis zusammengeschlossenen Organisationen innerhalb der ersten fünf Tage über 20.000 € an Spenden sammeln. Dafür danken wir Ihnen herzlich.

Bereits 12.000 € dieser Summe wurden unmittelbar für lebenswichtige Hilfsmaßnahmen eingesetzt. Weitere Einsätze sind in Planung, um die Menschen in den betroffenen Regionen auch in den kommenden Tagen und Wochen zu unterstützen.


Überblick über die bisherigen Spendeneinsätze

  • 1.000 € gingen an die Mobile Klinik in Dêrik, die durch unsere Partnerorganisation WJAS betrieben wird. Damit sollen die Kapazitäten zur akuten medizinischen und psychologischen Versorgung von Geflüchteten erweitert werden.
  • 7.000 € gingen an unsere Partnerorganisation Siler Crisis Response, um Geflüchtete – insbesondere Familien mit Kleinkindern – in Dêrik und Umgebung zu versorgen. Am 25. Januar wurden Hilfsgüter an 120 Familien rund um die Kleinstadt Girke Lege verteilt. Die Unterstützung umfasste unter anderem Windeln, Babymilch, Kleidung und Lebensmittel. Kinder sind besonders von dieser Krise betroffen und stehen im Fokus unserer Hilfe.
  • Weitere 4.000 € wurden von unserer Partnerorganisation Verband Kurdischer Ärzt*innen in Deutschland e. V. der Hilfsorganisation Heyva Sor a Kurd (Kurdischer Roter Halbmond) im Rahmen der Aktion Nothilfe zur Verfügung gestellt.

 


Hintergründe zur humanitären Lage

Nach den schweren Angriffen der islamistischen Übergangsregierung auf die Region Rojava im Nordosten Syriens ist die humanitäre Situation weiterhin äußerst angespannt. Eine Kältewelle und starker Schneefall verschärfen die Lage zusätzlich – insbesondere für die vielen Binnenvertriebenen, die in den vergangenen Wochen ihre Heimat verlassen mussten. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen wurden in den letzten zwei Wochen über 160.000 Menschen vertrieben.

Abbildung: IDP Daten zu Nordsyrien, UN OCHA. 

Besonders dramatisch zeigt sich die Situation in der Stadt Kobane. Unter der Belagerung durch Truppen der Übergangsregierung mangelt es dort an grundlegender Versorgung. Es fehlen Wasser und Strom, Heizöl, Medikamente und vielerorts auch Nahrungsmittel. Die Folgen des harten Winters sind bereits tödlich: Fünf Kinder sind verstorben, nachdem sie mit ihren Familien ohne ausreichende Unterkunft in Kobane übernachten mussten. Zwar hat das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am 24. Januar einen Konvoi mit 24 LKW in die Region entsandt, doch bleibt die Lage katastrophal. Berichten zufolge sollen bis zu 400.000 Menschen eingeschlossen sein, darunter nach Schätzungen mehrere Zehntausend Binnenvertriebene ohne sichere Unterkunft. Die Internationale Gemeinschaft muss eingreifen, um die Belagerung zu beenden und das Leid der Menschen zu lindern. 

Ein weiterer Hotspot der humanitären Krise ist der Landkreis Dêrik im äußersten Nordosten Syriens. Mehr als 20.000 Binnenvertriebene haben dort Zuflucht gesucht. Dêrik ist einer der wichtigsten Zufluchtsorte in Nordsyrien, auch weil die Stadt in unmittelbarer Grenznähe zum Nordirak liegt. Viele Menschen hoffen, im Falle einer weiteren Zuspitzung der Situation in das kurdische Autonomiegebiet im Nordirak fliehen zu können. Derzeit sind viele Geflüchtete in Schulen, Moscheen und öffentlichen Gebäuden untergebracht. Die Aktion Nothilfe leistet in diesem Gebiet aktiv Unterstützung.


Brüchige Waffenruhe

Seit dem Vormittag des 26. Januar werden erneut Kämpfe aus den Regionen Kobane, Hasakeh und Dêrik gemeldet. Es wird befürchtet, dass die Truppen von Al-Jolani und ihnen zugehörige islamistische Milizen weitere wichtige Straßen erobern könnten. Dies würde die humanitäre Lage in den Regionen Qamislo und Dêrik weiter verschärfen und neue Fluchtbewegungen auslösen. Bereits am späten Nachmittags des 25. Januar kam es zu einem Drohnen Angriff auf das Dorf Al Kir (Qirê) im Distrikt Derik, nur wenige Stunden zuvor haben wir Hilfsgüter in diesem Dorf verteilt.

Die Sicherheits- und humanitäre Lage in Rojava bleibt daher äußerst angespannt – die Waffenruhe muss durch die Armee von AL Jolani eingehalten werden!


Bitte um weitere Unterstützung

Angesichts der anhaltenden Krise bitten wir weiterhin dringend um Spenden. Jeder Beitrag hilft, lebenswichtige Hilfe bereitzustellen und Menschen in akuter Not zu unterstützen.

Aktion Nothilfe für Rojava.