Dêrik liegt auf 493 Metern Höhe. Die Stadt und ihre Umgebung haben ein Mittelmeerklima mit heißen, trockenen Sommern und kühlen regenreichen Wintern. Die Höchsttemperaturen liegen im August bei 41 Grad Celsius, die tiefsten Temperaturen im Januar liegen bei 2 Grad Celsius. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt 602 mm – was die höchste in Nordsyrien ist.

Die nähere Umgebung von Dêrik gehört zu den Ausläufern der Hügelkette Tur Abdin mit ihren Karstböden, die nördlich der 5 km entfernten türkischen Grenze liegt. Von dort kommen auch die Wasserläufe; ebenso werden die Quellen bei und in Dêrik von dort gespeist.

Der Distrikt Dêrik gehört zu den Hauptagrarregionen von Nord- bzw. auch von Gesamtsyrien. Auch die Mehrheit der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Es wird hauptsächlich Weizen und daneben die sehr wasserintensive Baumwolle angebaut. Außerdem kultiviert man Linsen, Früchte, Gemüse, Erbsen und Gerste. Allerdings waren die bewässerten Flächen in der Dschazira bereits zwischen 2001 und 2009 um 25 bis 40 Prozent zurückgegangen, da der Grundwasserspiegel stark gesunken ist. Grundwasser muss heute nicht aus 50 Metern, sondern aus 150-200 Metern Tiefe gefördert werden, so dass die Bewässerungskosten durch dieselbetriebene Motorpumpen enorm sind. Der Grundwasserspiegel ist vor allem deswegen so stark gesunken, weil die Türkei auf ihrem Gebiet immer mehr Staudämme baut und dadurch das Wasser von Euphrat und Tigris und ihrer Nebenflüsse zurückhält. Auch hat die Türkei viele Tiefbrunnen in Grenznähe gebaut, mit der sie auf ihrer Seite das Grundwasser abpumpt, welches dann in der Dschazira fehlt.

Bis 2011 herrschte eine jahrzehntelange von der syrischen Regierung erzwungene Weizen-und Baumwoll-Monokultur vor. Abgesehen von der damit verbundenen Wasserverschwendung beruhte sie auch auf massivem Einsatz von Dünge- und Unkrautvertilgungsmitteln. Zudem musste die gesamte Produktion nach Aleppo, Homs und Damaskus transportiert und dort verarbeitet werden. Andererseits war es den Bauern in der Dschazira verboten, Gemüse anzubauen und alle verarbeiteten Nahrungsmittel mussten teuer gekauft werden. Es war sogar verboten Bäume zu pflanzen und selbst bereits vorhandene Bäume mussten gefällt werden. All diese Faktoren haben in den letzten Jahrzehnten enorme ökologische Schäden verursacht, die heute mühsam reduziert werden müssen. Heute versucht man auch wieder mehr Gemüse und Obstbäume anzubauen.

Die Basis dafür, dass angesichts des Wassermangels überhaupt noch Landwirtschaft betrieben werden kann, sind die eigenen Ölquellen in der näheren und weiteren Umgebung. Früher wurde das Öl nicht vor Ort raffineriert, sondern in die Raffinerien von Banyas und Homs im Westen Syrien gepumpt. Inzwischen gibt es vor Ort eine primitive eigene Raffinierung von Rohöl zu Dieseltreibstoff. Für die landwirtschaftlichen Bewässerungspumpen, aber auch für die Aufrechterhaltung der Stromversorgung ist der selbst raffinierte Dieseltreibstoff unentbehrlich, denn die Drosselung des Euphratwassers durch die Türkei führt dazu, dass die Turbinen der Wasserkraftwerke nur mit verminderter Kraft laufen können. Ein großer Teil der Elektrizität wird deshalb von Dieselgeneratoren erzeugt, die durch ihre ungefilterten Abgase zu einer erheblichen Umweltverschmutzung beitragen.

Dêrik ist wie das gesamte Nord- und Ostsyrien nach wie vor weitgehend in die syrische Wirtschaft integriert. Die Währung ist das syrische Pfund, das seit Beginn des Bürgerkriegs einer starken Inflation unterlag. Es gibt allerdings keine Banken mehr. Viele Waren des täglichen Bedarfs werden aus dem Gebiet der Zentralregierung eingeführt, allerdings müssen an den Checkpoints dorthin mehr oder wenige hohe Abgaben bezahlt werden. Investitionsgüter lässt das Regime nicht oder nur mit extrem hohen Abgaben durch, so dass eine wirtschaftliche Entwicklung kaum stattfinden kann. Ähnlich ist die Situation an der Grenze zum kurdischen Autonomiegebiet im Irak. Sowohl dorthin, wie auch in das Regimegebiet werden Erdöl und landwirtschaftliche Produkte geliefert.