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Die Mobile Klinik wurde 2020 gemeinsam mit der Stiftung der Freien Frau in Syrien (WJAS) aufgebaut und versorgt seitdem Frauen und Kinder im Umland von Dêrik medizinisch. Für viele Familien ist die Mobile Klinik die einzige erreichbare Gesundheitsversorgung. Besonders in der Region Rojava bleibt die Unterstützung unverzichtbar: Jahrelange Kriege, der Kampf gegen den sogenannten Islamischer Staat, Angriffe der Türkei auf zivile Infrastruktur sowie die Folgen von Vertreibung und Isolation haben das Gesundheitssystem massiv geschwächt.

„Mit der Mobilen Klinik versorgen wir jeden Monat rund 40 kleine Dörfer rund um Dêrik. Für viele Frauen und Kinder ist unsere Klinik die einzige erreichbare medizinische Versorgung.“
— Çudî, Leiterin der Mobilen Klinik der Stiftung der Freien Frau in Syrien (WJAS, 2020)

Mit der Mobilen Klinik unterstützt die Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V. insbesondere das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen in ihrer Partnerstadt Dêrik und der umliegenden Region: „Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“

Warum die Mobile Klinik so wichtig ist

Die Gesundheitsversorgung in ganz Syrien ist weiterhin stark eingeschränkt. Bereits vor dem Krieg war die medizinische Infrastruktur in Nordost Syrien vernachlässigt. Seit Beginn des Krieges im Jahr 2011 hat sich die Lage drastisch verschlechtert. Von den rund 30.000 Ärztinnen und Ärzten, die 2010 in Syrien tätig waren, flohen infolge des Krieges bis zu 15.000 aus dem Land.

Besonders die Region Rojava im Nordosten von Syrien ist von den Folgen des Konflikts betroffen. Die Region war über Jahre hinweg Schauplatz schwerer Kämpfe gegen den sogenannten Islamischen Staat, wiederholter Angriffe der Türkei auf zivile Infrastruktur sowie politischer und wirtschaftlicher Isolation. Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen wurden beschädigt oder zerstört, während gleichzeitig viele Binnenvertriebene (IDPs) aus anderen Teilen Syriens Schutz in der Region suchten.

Die aktuelle Versorgungslage ist landesweit von struktureller Überlastung und chronischer Unterfinanzierung geprägt. Viele Menschen haben nur eingeschränkten Zugang zu Medikamenten, medizinischen Behandlungen und Vorsorgeangeboten. Im Jahr 2024 waren rund 7,7 Millionen Menschen in Syrien von eingeschränktem Zugang zu medizinischer Versorgung betroffen.

Besonders Frauen und Kinder leiden unter dieser Situation. Fehlende Gesundheitszentren, lange Wege zur nächsten Behandlungsmöglichkeit und der Mangel an medizinischem Personal erschweren den Zugang zu grundlegender Versorgung erheblich.

Die Mobile Klinik schließt hier eine entscheidende Versorgungslücke. Sie bringt medizinische Hilfe direkt in abgelegene Gemeinden und erreicht Menschen, die sonst keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung hätten.

Unterstützung der Mobilen Klinik

Die laufenden Gehälter einer Ärztin, einer Krankenschwester und eines Fahrers werden durch Spendengelder der Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V. finanziert. Damit die Mobile Klinik ihre lebenswichtige Arbeit fortsetzen kann, ist sie weiterhin auf Unterstützung angewiesen.

Spendet für den Betrieb der Mobilen Klinik und helft mit, medizinische Versorgung vor Ort zu sichern.

Chronologie der Mobilen Klinik

2026 – Versorgung von Binnenvertriebenen nach Angriffen auf das Selbstverwaltungsgebiet

Nach den Angriffen der HTS-Regierungstruppen und ihrer islamistischen Milizen weitete die Mobile Klinik ihre Arbeit auf die Versorgung von Binnenvertriebenen (IDPs) und Geflüchteten in Notunterkünften und inoffiziellen Sheltern aus. 

2025 – Aufnahme in das BMZ-Förderprogramm Klinikpartnerschaften

Seit Oktober 2025 ist die Mobile Klinik Teil des Förderprogramms Klinikpartnerschaften des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Trägerschaft der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Ziel der Klinikpartnerschaft ist es, die Gesundheitssituation von Frauen und Kindern im ländlichen Umkreis von Dêrik nachhaltig zu verbessern. Dazu gehören Gesundheitsseminare und Erste-Hilfe-Kurse für die Bevölkerung sowie Fortbildungen und Schulungen des medizinischen Personals, insbesondere im Bereich der Notfallmedizin.

2023 – Abschluss des Förderprojekts „Ausstattung der Mobilen Klinik“

Mit Fördermitteln der Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) und der Stiftung Nord-Süd-Brücken in Höhe von 12.750 € wurden ein neuer Motor, neue Reifen sowie Medikamente und medizinische Utensilien finanziert.

2022/2023 – Finanzierung der Personalkosten durch Spendenkampagne

Durch die Weihnachtsspendenaktion 2022 mit Spendeneinnahmen von 18.409 € sowie einer Großspende des Kölner Spendenkonvoi e.V. konnten die Gehälter des Personals der Mobilen Klinik für 2023 und bis Ende 2024 gesichert werden.

2020 – Aufbau und Erstausstattung der Mobilen Klinik

Die Mobile Klinik wurde durch die Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V. gemeinsam mit der Stiftung der Freuen Frau in Syrien (WJAS) aufgebaut. Das Fahrzeug wurde durch Spendengelder in Höhe von fast 39.000 € finanziert. Die medizinische Erstausstattung wurde mit 66.850 € durch die Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) gefördert.

Video: Doku der syrischen Nachrichtenagentur ANHA (2024)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

             

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