Stellungnahme des Städtepartnerschaftsvereins Friedrichshain–Kreuzberg–Dêrik e. V., Berlin 21. Januar 2026
Presseanfragen an: vorstand@staepa-derik.org
Wir sind in großer Sorge um unsere Partnerstadt Dêrik (arab. Al Malikiya) und die Menschen in Rojava (Syrien). Das Vorrücken islamistischer Regierungstruppen trotz mehrfacher Waffenstillstandsankündigungen bis tief in die kurdischen Gebiete versetzt die Bevölkerung in Angst; viele Menschen bereiten sich auf eine mögliche Flucht vor.
Dêrik (arab. Al Malikiya) war seit 2011 ein Zufluchtsort für viele Menschen innerhalb Syriens. In und um die Stadt leben unterschiedliche Religionsgemeinschaften und Völker seit Jahren friedlich miteinander. Es gab ein säkulares und paritätisches Verwaltungsmodell – wie im gesamten Gebiet der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien. Über viele Jahre haben wir eng und vertrauensvoll mit unserer Partnerstadt zusammengearbeitet und durch Projekte der Entwicklungszusammenarbeit, gefördert mit staatlichen Mitteln, Perspektiven für ein friedliches Leben in Syrien unterstützt. All das ist nun akut gefährdet.
Uns erreichen Berichte über geflohene IS-Gefangene aus mehreren IS-Gefängnissen und Camps sowie über schwerste Gewalt und Misshandlungen an gefangenen kurdischen Soldatinnen – Vorwürfe, die nach humanitärem Völkerrecht als Kriegsverbrechen zu werten sind. Diese Entwicklungen lassen uns schwere Verbrechen an der Zivilbevölkerung in unserer Partnerstadt befürchten.
Wir fordern die Bundesregierung daher zu zwei konkreten Schritten auf:
- Internationale Vermittlung und Deeskalation stärken
Aktive Unterstützung ernsthafter internationaler diplomatischer Bemühungen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Zugleich braucht es ein wirksames Maßnahmenpaket gegenüber der Übergangsregierung von Al-Schaara, deren Vorgehen die Region in Chaos und Gewalt zu stürzen droht. Der Angriff auf kurdische Gebiete muss gestoppt werden. - Sofortprogramme für humanitäre Hilfe und Unterstützung lokaler Strukturen
Deutliche Aufstockung humanitärer Hilfe (Unterkunft, Versorgung, medizinische Unterstützung) für die betroffene Bevölkerung sowie Unterstützung lokaler Strukturen, damit Hilfe schnell, sicher und wirksam bei den Menschen ankommt.
