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Die Lage rund um Dêrik ist besorgniserregend: Während die Selbstverwaltung und die SDF in Damaskus seit gestern um für beide Seiten tragbare Lösungen ringen, greifen die islamistischen Milizen der Übergangsregierung weiterhin strategische Punkte an. Die in der Region agierenden Milizen gehören mehrheitlich der von der Türkei ausgebildeten Syrischen Nationalarmee (SNA) an, in deren Reihen sich auch ehemalige IS-Terroristen befinden. Sie sind wegen ihrer Brutalität und ihrem Hass auf andere religiöse und ethnische Bevölkerungsgruppen besonders berüchtigt und gefürchtet.

Wir werden mit unseren Partnerorganisationen vor Ort alles tun, um das Leid der Menschen in Dêrik und Umgebung – aber auch in ganz Rojava zu lindern. Dafür sind wir auf Spenden angewiesen. Siehe dazu unsere gemeinsame ‚Aktion Nothilfe Rojava‘ mit dem Kurdischen Ärzteverband Deutschland e.V. und anderen Organisationen.

Wer direkt für Dêrik spenden will kann das über unser Spendenkonto tun.

Botschaft zur aktuellen Situation von Maher Omar, Ko-Bürgermeister von Dêrik vom 27.1.2026

Roj Baş, Guten Tag
ich hoffe, es geht Euch allen gut. Ich sende liebe Grüße aus Dêrik in Rojava an alle Leute, in Deutschland und der ganzen Welt, die uns in dieser schwierigen Zeit beistehen und besonders an den Städtepartnerschaftsverein, der uns vorher schon unterstützt hat und in dieser Notsituation sofort geholfen hat.
Zur aktuellen Lage in Dêrik: Ein Waffenstillstand wurde erklärt, der leider sofort von der Regierung in Damaskus und ihren verbündeten Milizen gebrochen wurde. Seit zwei Tagen finden im Dorf Safa, das zu Çil Axa gehört, brutale Angriffe statt. Die Angreifer möchten den Weg zwischen Qamishli und Dêrik besetzen. Dies ist sehr bedrohlich, da dann Qamishli eingekesselt ist.
Flüchtlinge: Ca. 1.500 Familien – eine sehr große Zahl – sind jetzt in Dêrik. Die meisten sind in ca. 30 Schulen und 5 Moscheen untergebracht. Die Situation der Flüchtlinge ist unter allen Aspekten katastrophal. Dies betrifft Trinken, Essen, Kleidung, Matratzen, Decken… Es gibt viele Kleinkinder, für die keine Kindernahrung vorhanden ist und für die alles Notwendige fehlt. Viele ältere kranke Menschen – trotz der massiven Hilfe der Einheimischen und der Kommunalbehörde – reicht dies nicht aus. Wir bitten um Unterstützung der Flüchtlinge aus dem Ausland, wir können allein die Not nicht beseitigen. Es ist sehr kalt und wir haben viele Kinder, ältere Menschen und Frauen. In den Schulen fehlt es an allem, an Duschen, Sauberkeit. Sie brauchen Toiletten- und Duschcontainer. Es gibt in den Schulen keine Küche und so können die Flüchtlinge nicht für sich kochen. Wir brauchen daher dringend Hilfe, um das Nötigste zur Verfügung stellen zu können. Das schlimmste ist die Angst der Flüchtlinge, da es keine Waffenruhe gibt, und sie sind verzweifelt, da es jetzt keinen Ort mehr gibt, an den sie fliehen könnten.
Ich sende Respekt und viele Grüße an euch
Maher, Ko-Bürgermeister von Dêrik